15 Gründe, warum ich den 2009er Star-Trek-Film…

… als größeren Unsinn abtue, als es die TNG-Kinofilme jemals waren. Vier Tage ist es jetzt her, dass ich den Film gesehen habe, und diese Gründe lassen bei mir eher den fahlen Beigeschmack, als würde Paramount das Franchise – der Film hat mehr von einer Parodie als von einem Sequel zu Star Trek: Enterprise.

  1. Die Zeitreisen von Nero und Spock erschaffen eine neue Zeitlinie, die mit dem Angriff auf die U.S.S. Kelvin beginnt. 40 Jahre Trek werden das Klo runtergespült.
  2. Neros Bergbauschiff sieht wie eine Krake aus. Was für einen Grund sollte es für eine solche Bauart geben? Sollte das Schiff etwa nur aufgrund seines Äußeren extrem futuristisch aussehen?
  3. Der Warp-Effekt… Was soll der Blödsinn, den Hyperraum-Effekt aus Stargate nachzuahmen? Bei Warpgeschwindigkeit waren die Sterne seit je her zu sehen. In TNG, DS9, Voyager und Enterprise betrachtet man die Sterne sogar die Sterne bei Warpgeschwindigkeit.
  4. Chekov ist das Transportergenie schlechthin – fast besser sogar als Scotty.
  5. Was technisch nicht alles möglich ist in dem fliegenden Keller, ääh, Wasserwerk Raumschiff Enterprise: Personen von zwei unterschiedlichen Orten auf eine Plattform holen. Donnerwetter – damit hatte man doch noch zu Picard komischerweise so seine Problemchen.
  6. Nun hat man endlich die Erklärung dafür, warum in TNG so wenige Vulkanier zu sehen sind. Dumm ist nur: Dort gibt es noch immer den Vulkan.
  7. Es sind – oh Zufall – alle(!) aus der Besatzung der Serie an Bord und genau gar keiner entspricht dem Vorbild: Uhura verkommt beinahe zur Hoshi-Kopie, Chekov bleibt ohne seine Geschichten fade, Sulu ist ein Überflieger mit angezogener Handbremse.
  8. Neros Schiff zerlegt binnen weniger Minuten eine Flotte aus sieben Schiffen der Sternenflotte – doch für die Kelvin war lange genug Zeit, um sich in den Rachen der Bestie zu stürzen… wo wir gerade dabei sind.
  9. Die in Trek immer wieder gezeigten Antimaterie-Explosionen wurden wohl nicht umgesetzt. Neros Schiff blieb nicht wirklich in seinen vitalen Funktionen gehindert.
  10. Kirk schluckt die Zurück-in-die-Zukunft-Zeitreisetheorie, man dürfe seinen zukünftigen/vergangenen Ich nicht begegnen. Mr. Abrams hat sich wohl die falschen Filme reingezogen.
  11. Kirks Lösung des Kobayashi-Maru-Tests war … genauso lustig wie in der Netzwerk-Session zu cheaten. Die Leistung wurde in ST2 noch als besonders herausragend und kreativ dargestellt – von daher hätte man mehr erwarten können, als dass da einige klingonische Warbirds auftauchen, die einer nach dem anderen zerstört wurden. Das ganze wurde ausschließlich als Gag eingebaut und war für die Handlung ohne Belang.
  12. Scotty hat Archers Beagle weggebeamt – und er ward nie wieder gesehen. Vielleicht taucht er ja in der nächsten Produktion als Böter (Kofferwort: Borg + Köter, der Saft lässt grüßen!) wieder auch.
  13. Wie alt ist Uhura? Wie alt ist (der jüngere) Spock? Eigentlich egal, aber Lt. Commander Spock, also ein Offizier mit Patent, fängt etwas mit einer Kadettin an… Ah ja, die Beziehung beeinflusst ihn sogar so sehr, dass er eine einmal getroffene Entscheidung revidiert, um sie auf die Enterprise zu bugsieren. Spock mag sicherlich seinen menschlichen Gefühlen nachgeben – aber so? Wo bleibt der Gesang? Wo der Tanz? Ein Drittel des High-School-Musical-Feelings ist schon da – wo ist der Rest?
  14. Viele der Gags sind endlos erzwungen – Scottys kleines Maskottchen bzw. Scottys Reaktion waren beim ersten mal witzig, beim zweiten einfach nur noch lahm.
  15. Fünf Buchstaben, eines der schrecklichsten Product Placements der Trek-Geschichte: NOKIA! Dieser Bruch, eine reale Firma in den Kontext einer mehrfach postapokalyptischen Ära unterzubringen ging gar nicht.

Nur ein kleines Trostpflaster bleibt: Der Name Nyota ist nun nach über 30 Jahren endlich Canon – und das nette Detail dass es offenbar noch immer keine Universalübersetzer gibt, denn Chekov hätte ja auch russisch mit der Konsole schwätzen können. Das hat man davon, wenn man in einen Film zu einem mehr als 40 Jahre alten Franchise geht, der von einem total fremden Regisseur gedreht wird.

Amen! Trek ist tot – nun endgültig.

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Veröffentlicht am 15. Juni 2009 in Fernsehen & Kino, Kritik, Reviews, Star Trek und mit , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Kommentare deaktiviert für 15 Gründe, warum ich den 2009er Star-Trek-Film….

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