Xubuntu 8.10 – Mein Erfahrungsbericht

Nach einigen Tagen ausgiebigem Test, bleibt mein mittlerweile acht Jahre alter Laptop künftig ohne Windows-Betriebssystem außerhalb einer VM. Der Grund: Ich habe Xubuntu 8.10 von einem USB-Stick installiert – und Xubuntu aus der ISO-Datei auf den Stick zu bekommen war das schwerste, was mich ehrlich gesagt dann doch etwas verwundert hat. ^_^;

xubuntu_logo

Die vorhandene Hardware

Als Basis für das neue Linux-System dient ein mittlerweile ziemlich rampuniertert Samsung X10 XTC 1300 II mit folgender Hardwareausstattung:

  • Intel Pentium M max. 1,3 GHz
  • 512 MB RAM
  • nVidia GeForce 4 420 Go
  • Tastatur, Touchpad und Microsoft Notebook Optical Mouse

Als Ersatz für das WLAN-Modul, das keine WPA-Unterstützung bietet, dient eine „SparkLAN WLAN 802.11g CardBus Adapter (WL-611R)“ PCMCIA-Steckkarte, für die es GPL-Treiber gibt und die mittlerweile in den Linux-Kernel eingearbeitet sind.

Wie bastle ich mir einen USB-Bootstick?

Das ist nu leider ganz knifflig gewesen: Mein Laptop hat zwar ein DVD/CD-RW-Laufwerk, doch hat das vor sechs Jahren mehr oder weniger den Geist aufgegeben (während eines Linux-Tests) und liest in den letzten Monaten so rein gar kein Medium mehr. Bliebe da noch der Barebone, der allerdings so herrlich inkompatibel zu Linux ist, dass die WLAN-Karte das Live-System zum crashen bringt.

Aber zum Glück hatte ich noch einen weiteren Rechner, der direkt per LAN am DSL-Router angeschlossen ist. Also nichts wie hin, das Live-System gestartet und das entsprechende Paket heruntergeladen, um ein LiveUSB-System zu erstellen und dieses dann ausgeführt. Fertig war der Stick und er fuhr das System auch anständig hoch.

Die Installation

Kurz gesagt: Ein Kinderspiel, da ich den Laptop ebenfalls per LAN an den Router anschloss. Das Grundsystem war dann nach einer guten drei Viertel Stunde installiert und für einen ersten Test soweit eingerichtet.

Weitere Einrichtung

Ich weiß ehrlich gesagt nicht mehr genau, was ich gemacht habe, um das WLAN ans Laufen zu bekommen, aber nach der Anleitung von Ubuntuusers.de hat es mehr oder weniger gleich funktioniert. Auch wenn mir das Netzwerk-Manager-Applet des xfce-Desktops nicht mitteilt, dass ich WLAN habe, so surfe ich über die Verbindung genauso fix wie mit Windows.

Knackpunkte

Natürlich muss ich hier leider Abstriche am System machen, die mich doch etwas nerven, aber die bei einem Laptop zum reinen Surfen nicht direkt stören.

  1. Kein flüssiges 720p-Video mehr! Unter Windows XP gab es mit der Kombination Media Player Classic + K-Lite Codec Pack kein Problem, bei Animes in der untersten HDTV-Auflösung. Unter Xubuntu gibt es immer wieder Aussetzer.
  2. AviSynth + Virtualdub Die beiden Tools verwende ich in der Windows-Welt, um framegenau(!) Screencaps für Fanwikis zu erstellen. Unter Linux gäb‘ es die Möglichkeit per Wine zumindest Virtualdub zum Laufen zu bringen, doch bringt mit das Teil nichts ohne VfW-Codecs und ohne AviSynth, das ich unter Linux auch noch selbst kompilieren soll.
  3. Nervige Grafikfehler Der proprietäre nVidia-Treiber liefert mir gerade bei asiatischen Schriftzeichen immer wieder nervtötende Grafikfehler im Firefox-Browser, die zwar nach einem Scrollen schon wieder verschwinden, aber bei jedem Neuaufbau der Seite wieder zu sehen sind. Auch Celestia läuft hier überhaupt nicht mehr. Es ist schon nett anzusehen, dass bei sämtlichen Himmelskörpern die Texturen fehlen und man so Jupiter als blanke, weiße Kugel sieht.
  4. Updates Immer wieder leuchtet das rote Warndreieck im Panel auf und bietet Updates an – installiert man sie, sieht man es in den nächsten Tagen womöglich erneut, weil ein anderes Teil des Systems nachgebessert werden muss.

Fazit

Xubuntu läuft flott, ist stabil, bietet alles, was ich für den Laptop brauche. Wenn jemand eine ähnliche Hardware-Konstellation bietet und ein System haben wollt, mit dem ihr einfach und schnell im Netz unterwegs sein könnt: Nur zu, probiert es aus!

Was ich nur in den nächsten Tagen noch ausgiebiger Testen will: DOSBox („Star Trek: The next generation – A final unity“) und ScummVM („Sam & Max“). Mal sehen, was sich da machen lässt.

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Veröffentlicht am 12. Januar 2009, in Erfolgserlebnis, Linux. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Kommentare deaktiviert für Xubuntu 8.10 – Mein Erfahrungsbericht.

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