LINUX INTERN – Sonderheft der PC Pr@xis mit Mängeln

Gelegentlich leiste ich mir dieses eher teure Magazin für €9,90 (für Ösis macht’s €11, anderswo noch mehr), von dem ich mir nicht nur den Download verschiedener Linux-Distributionen zum Ausprobieren, sondern auch einige Kniffe erhoffe, mit denen ich mir eben dann doch auf meinem Zweit-/Reserve-PC die Möglichkeit erhoffe, endlich einmal einen Rechner aufsetzen zu können, damit ich eine WindowsXP-Home-Lizenz in Reserve halten kann.

Ja, ihr lest richtig: KEIN Linux läuft anstandslos ohne Probleme auf meinem mittlerweile acht Jahre alten Barebone mit AthlonXP-2500+ und einer störrischen WLAN-Karte, wodurch über das Internet zu installierende Distributionen wie Ubuntu & Co. ausscheiden.

Nun schlage ich das Vorwort der Ausgabe August-Oktober 04/08 auf und komme erst ins Schmunzeln, werde dann aber reichlich schnell wieder Ernst – und bei näherer Betrachtung fallen mir noch weitere Mängel auf…

Die Titelseite

Schon die Titelseite bietet ein Sammelsurium der Kuriositäten:

  • Open SUSE 11 & KDE 4 im Griff:
    Die Distribition schreibt sich openSUSE
  • 3D-Desktop per Klick aktivieren:
    Hohles Versprechen: Schon auf meinem Samsung X10 XTC1300 II ließ sich unter Ubuntu 7.10 der 3D-Desktop beryl nicht aktivieren.
  • Das beste Linux für Windows-Umsteiger!:
    Sind Windows-Nutzer keine Linux-Einsteiger mehr? Warum wird in der Vorschau für Ausgabe 05/2008 die Distribution Fedora 9 besonders für Linux-Einsteiger hervorgehoben?
  • Linux für Notebooks: Schneller & schlanker als Vista & XP, WLAN-Probleme endlich gelöst
    Schneller und schlacker als XP geht es auf meinem älteren Laptop nun wirklich nur, wenn ich auf den Komfort von Vektorgrafiken verzichte. Mit meinem Notebook hatte ich auch seit openSUSE 10.1 bzw. Ubuntu 7.04 nicht mehr, da ich hier eine Intel miniPCI-Karte habe, die seit geraumer Zeit die Entwicklung von Linux-Treibern aktiv unterstützen.
  • XP runter vom EeePC: So installieren Sie wieder Linux
    Ich hätte nicht gedacht, dass es so schwer sein würde auf einem System Linux zu installieren, das von Haus aus mit einem Linux-System ausgestattet wurde, und das nur mit einigen Eingriffen Windows überhaupt schluckt.

Ein recht gemischter Eindruck, den ich von dem Magazin schon aufgrund seine Titelseite habe.

Das Vorwort

Nachdem dem Leser drei Seiten Werbung um die Ohren gehauen wurden, erscheint das Vorwort von ChefredakteurProjektleiter Thomas Drilling. Schon dieser negative Eindruck hinterlassen auch Herr Drillings Worte, die er mit Der Supergau übertitelt einen eher faden Beigeschmack:

  • Herr Drilling äußert sich zu einem Kryptografie-Schicherheitsproblem bei Debian und allen auf Debian-basierenden Distributionen:

    Dieses Sicherheitsproblem kommt einem Supergau gleich, … Die Behebung der Sicherheitslücke ist mit einigem Aufwand verbunden und kann daher in aller Vollständigkeit nur über die Paketquellen der großen Hersteller erfolgen. … und das Problem dürte auch bei Debian mit Erscheinen dieses Heftes […] bereits behoben sein, doch obliegt es in den allermeisten Fällen dem Anwender selbst, die verfügbaren Updates einzuspielen.

    Dass gerade letzteres ausgerechnet in einem Linux-Magazin stehen muss, finde ich persönlich ziemlich peinlich, gerade weil Linux vor Einführung der automatischen Updates dafür bekannt war, dass gerade Kernel-Sicherheitsupdates fehleranfällig und kompliziert war, so dass sich nicht jeder bereit war, die komfortabel eingerichtete Distribution einem möglichen Risiko auszusetzen.

  • Und hier kommt der größte Bock:

    …Gottlob funktioniert der zugehörige Aktualisierungsmechanismus bei allen Distributionen im Gegensatz zu Windows reibungslos, …

    Frei nach Atze Schröder: Ja nee, is klar.

    Auch unter Windows XP funktioniert das Internet-Update reibungslos, spätestens seit dem Service Pack 2, vorausgestzt natürlich man besitzt ein legales Windows und verwendet weder Programme und Treiber, die spezifisch für bestimmte Hacks programmiert wurden. Aber dieses Problem hat man auch mit Linux:

    Ubuntu 7.10 schmiss vor einigen Monaten meine als Kernel-Treiber kompilierte und bis dato voll funktionierende WLAN-Konfiguration nach einem angebotenen Kernel-Update nicht mehr – auch nicht als ich die Beschreibungen für die Kompilierung erneut vollzog, offenbar weil die entsprechenden Routinen nunmehr verschiedentlich OpenSource-Treiber voraussetzen, wie ich erst Wochen später erfuhr, die aber für meine fünf Jahre alte WLAN-Karte nunmal nicht verfügbar sind und auch nicht sein werden.

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Veröffentlicht am 5. August 2008, in Allgemeines. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Kommentare deaktiviert für LINUX INTERN – Sonderheft der PC Pr@xis mit Mängeln.

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