Kontinuitätsfehler in Star Trek? Sicherlich, aber keine solchen! Teil 1

Willkommen zu meiner neuen Reihe, in der ich auf die vielen Nitpicker-Argumente eingehen werde, die mir so in den ganzen letzten 20 Jahren untergekommen sind, in denen ich Trekkie bin.

In Teil 1 geht es um die Betrachtung der Ferengi – einer der prominenteren Spezies:

Namenlose Piraten mit großen Ohren?

Namenlose Piraten mit großen Ohren?

Leider setzen Fans immer wieder „erstes Auftauchen in der Serie/dem Kinofilm“ mit „Erstkontakt“ gleich, weil: Schließlich hätten sie auch vorher erwähnt werden können. Das Problem dabei ist nur – bei einem Serienuniversum wie Star Trek ist das völlig unerheblich. Später produzierte Episoden und Filme können die vielen Löcher in der Handlung zwischen der ersten Serie „Raumschiff Enterprise“ (TOS), den ersten sechseinhalb Kinofilmen und der Serie „Raumschiff Enterprise – Das nächste Jahrhundert“ (TNG) füllen – und im Fall der bislang letzten Serie „Star Trek – Enterprise“ (ENT) als Prequel sogar Geschichten konstruieren, die eben nicht den chronologisch nachfolgenden, aber 20 bis 40 Jahre eher produzierten Episoden und Filmen widerspricht.

Im Falle der Ferengi wird hier seitens der Fans immer wieder behauptet, dass die Föderation in der Episode „Der Wächter“ einen Erstkontakt mit den Ferengi gehabt haben muss, weil laut Logbucheintrag des Manns mit der fleischfarbenen Badekappe (a.k.a. Captain Picard) so gut wie nichts über die Ferengi bekannt sei.

Das Problem hierbei ist aber doch schon bereits, dass das Raumschiff als eines der Ferengi identifiziert ist. Da fragt man sich doch glatt, was dann hier noch ein Erstkontakt sein soll, wenn dann auch noch einige wenige Folgen später – nämlich in der Episode „Die Schlacht von Maxia“ – dem Zuschauer eröffnet wird, dass Picard bereits einmal mit den Ferengi im Clinch lag und ein Schiff der Ferengi vernichtete. In der Episode „Wem gehört Data?“ wird dann auf diese Schlacht von Maxia Bezug genommen und erwähnt, dass Picard einer Anhörung ausgesetzt war.

Die Föderation und die Ferengi-Allianz sollen da nicht bereits einen Kontakt miteinander gesucht haben? Schwer vorzustellen, dass da nicht schon ein Kontakt vor „Der Wächter“ stattgefunden hat, meint ihr nicht?

Kommen wir nun auf das veränderte Verhalten der Ferengi in der Serie „Star Trek: Deep Space Nine“ (DSN) zu sprechen. Das wirklich einzige, was anders ist, ist im Grunde, dass die Ferengi einen bestimmten Verhaltenskodex (die Erwerbsregeln der Ferengi) und einen religiösen Hintergrund (die Himmlische Schatzkammer, das Tor zum Jenseits der Ferengi) erhalten. Entfernt wurden im Grunde nur die Energiepeitschen, die zwar sehr nett aussahen, aber in Science Fiction ähnlich haarsträubend sind wie die Starwars’schen Laserschwerter. Wie auch immer: Die Ferengi haben sich immer weniger zu dem eigentlich gedachten Gegner der Föderation entwickelt als einer Art neutralen Großmacht, die sich im Grunde für nichts als den eigenen Profit interessiert – nicht zuletzt, weil bereits Ende der ersten Staffel von TNG wieder die Romulaner als Gegner aufgetaucht sind und sich in der zweiten und dritten Staffel die Borg als ewige Bedrohung herauskristallisierten.

Wie sieht es nun mit den beiden Episoden in ENT aus, in denen die Ferengi einmal erwähnt und ein weiteres Mal dann auch als namenlose Spezies auftauchten? Sind das Kontinuitätsfehler?

Nein, warum sollte es? Die Raumpiraten mit den großen Ohren werden in keinem Punkt mit den Gerüchten in Verbindung gebracht, die man sowohl in TNG als auch in ENT aufschnappt. Und dass man sie nicht in TOS gesehen hat… Nunja, laut TNG gab es auch über 50 Jahre Funkstille zwischen den Romulanern und der Föderation. Dass man eine Spezies über 200 Jahre lang nicht mit Gerüchten in Verbindung bringen kann ist nichts, worüber man sich wundern sollte, werden doch auch die Borg lange Zeit für ein Gerücht gehalten.

Ende von Teil 1

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Veröffentlicht am 13. Februar 2008 in Star Trek und mit , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Kommentare deaktiviert für Kontinuitätsfehler in Star Trek? Sicherlich, aber keine solchen! Teil 1.

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